Wüstenbildung

Wüstenbildung beschreibt ein weltweites Problem, das den Boden betrifft und ihn gefährdet. Sie meint die Abtragung und Qualitätsminderung des Bodens und der Vegetation und den damit einhergehenden Verlust fruchtbarer Gebiete. Die UN Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung definiert Wüstenbildung als Landdegradation in aridensemi-ariden und sub-humiden Gebieten verursacht durch verschiedene Faktoren wie z.B. Kimaschwankungen und menschliche Aktivitäten (UNCCD Art.1.a).

Prof. Uwe Holtz von der Universität Bonn stellt klar, dass es falsch ist, Wüstenbildung mit schon existierenden Wüsten in Zusammenhang zu bringen. Es meint vielmehr einen Prozess indem durch Überweidung, Ausbeutung, illegaler und exzessiver Abholzung, mechanisierter Landwirtschaft, schlechten Bewässerungspraktiken und Waldbränden der Boden in seiner Qualität gemindert oder komplett abgetragen wird. Wüstenbildung ist ein weltweites Phänomen und betrifft ca. 40% der Landmasse der Erde. Das Problem wurde zum ersten Mal in den 1930ger Jahren deutlich sichtbar, als sich Teile der „Great Plans“ in den USA in das verwandelten, was „Dust Bowl“ (Staubschüssel) genannt wird, verursacht durch Dürre und schlechte landwirtschaftliche Praktiken. Heute sind mehr als 100 Millionen Menschen in über 100 Ländern von Wüstenbildung direkt betroffen oder gefährdet. Jedes Jahr verlieren wir ein Gebiet so groß wie Belgien oder Rwanda durch Wüstenbildung.

Die Nahrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) benutzt Kriterien, die in der Konferenz von Nairobi im Jahr 1977 festgelegt wurden, als Grundlage eines Konzepts von „Wüstenbildungsrisiko“, welches ein solches Risiko durch die Messung der Anfälligkeit des Landes zusammen mit aktuellen und zukünftigen demographischen und landwirtschaftlichen Risikofaktoren bewertet. Das Klima hat einen ausschlaggebenden Einfluss durch drei Faktoren: Niederschlag, Sonneneinstrahlung und Wind. Alle drei Faktoren wirken physisch, mechanisch aber auch chemisch und biologisch auf die Qualitätsminderung ein.

Bäume sind aufgrund ihrer Langlebigkeit und ihres kräftigen Wurzelsystems ein guter Schutz vor Wertminderung des Bodens. In ihrer Abwesenheit, zu häufig obendrein durch Menschen verursacht, ist ein großer Nachteil.

Menschliche Aktivitäten sind die Hauptursache für den Wüstenbildungsprozess auf anfälligem Boden. Die Effekte der Wüstenbildung sind sehr ernst und oft dramatisch für die armen Bevölkerungsteile in Entwicklungsländern. Wüstenbildung verstärkt noch einmal die Effekte des klimatischen (Dürre) und politischen (Krieg) Unglücke, die regelmäßig zu Leid und Tod hunderttausender Menschen in der ganzen Welt führen.

Siehe „Wüstenbildung

Siehe “Landdegradation

Siehe http://www.unccd.int/parliament/data/bginfo/PDUNCCD(eng)pdf

Siehe http://www.fao.org/docrep/v0265e/v0265e01.htm

geschrieben von Br. Fabio L’amour ofm

Advertisements
No comments yet.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s

%d bloggers like this: