Nachhaltige Entwicklung

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung wird mittlerweile seit ca. 40 Jahren benutzt. Es war die Antwort auf die wachsende Sorge, dass die ökonomische Entwicklung auf Kosten der Umwelt vorangetrieben wurde. Nachhaltige Entwicklung wurde zu einem Schlüsselthema bei der Konferenz der Vereinten Nationen zur menschlichen Umwelt in Stockholm im Jahr 1972 und wurde im Brundtland-Bericht aus dem Jahr 1987: „Unsere gemeinsame Zukunft“ folgendermaßen definiert: “Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse befriedigt ohne dabei die Möglichkeit zukünftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, herabzusetzen.” Das Ziel der nachhaltigen Entwicklung ist es, ein ökonomisches System zu etablieren, welches sowohl das Wohl der Menschen als auch das Gleichgewicht der Ökosysteme im Blick hat.

Trotz vieler internationaler Konferenzen, einiger rechtlich bindender zwischenstaatlicher Verträge und eines Beobachtungsapparates (der UN Kommission für nachhaltige Entwicklung, eingesetzt von der Vollversammlung der UNO im Jahr 1992), der dafür verantwortlich ist, die Umsetzung der Beschlüsse auf nationaler Ebene sicherzustellen, zeigen viele Indikatoren, dass das aktuelle internationale System es nicht schafft, mit den Herausforderungen von Armut, Umweltzerstörung, Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Verlust der Artenvielfalt, Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen, Landaneignung und Klimawandel fertig zu werden.

Die Vollversammlung der UNO hat im Jahr 2009 entschieden, eine Konferenz zur Nachhaltigen Entwicklung für Staatsoberhäupter, UN Agenturen und Mitgliedern von Interessengruppen im Jahr 2012 zu organisieren. Das Ziel dieser Konferenz soll sein, den tatsächlich gemachten Fortschritt bis dato zu evaluieren, die bleibenden Lücken in der Umsetzung der Ergebnisse wichtiger Konferenzen zu identifizieren, neu und sich entwickelnde Herausforderungen zu erkennen und den politischen Einsatz für die nachhaltige Entwicklung zu erneuern.  Der Fokus dieser Konferenz wird zwei Themenkreise umfassen: einerseits die grüne Ökonomie im Kontext nachhaltiger Entwicklung und der Ausrottung der Armut, andererseits das institutionelle System für die nachhaltige Entwicklung.

Die aktuelle weltweite Situation zeigt eine Schwäche der Anstrengungen, die nachhaltige Entwicklung zu fördern. Historisch gesehen, hat Entwicklung im Kontext des Kapitalismus stattgefunden, ein System , das durch den freien Markt, Konkurrenzkampf, persönliche Interessen, der Konzentration des Kapitals, Monopole und dem Aufkommen multinationaler Konzerne gekennzeichnet ist. Es hat sich gezeigt, dass es die Umwelt ausbeutet und dass  es zu Menschenrechtsverletzungen, der Ausgrenzung ganzer Länder und der Zerstörung der Kultur ganzer Völker beiträgt.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind wir Zeugen vieler Krisen, die unsere Zukunft gefährden. Ereignisse wie die Nahrungsmittelkrise von 2005 und die Finanzkrise von 2008 sind alarmierende Zeichen. Wenn wir unsere unhaltbaren Lebensgewohnheiten, unser unfaires Handelssystem und unser gieriges Benehmen nicht aufgeben, wird die Situation der Welt weiterhin steigende Armut, Konflikte und Chaos hervorbringen und weitere Umweltzerstörung und den Raubbau natürlicher Ressourcen fördern.

Im Geiste der Charta der Erde „fordern wir dringend eine gemeinschaftlich geteilte Vision von Grundwerten, die uns mit einem ethischen Fundament für die im Entstehen begriffene Weltgemeinschaft ausstattet“. Die Ausrottung der Armut muss Teil einer solche Vision sein. Keine Art von Entwicklung kann sich nachhaltig nennen, wenn sie nicht deutlich die Ursachen und Effekte der Armut reduziert. Die Rio+20 Konferenz eröffnet eine Möglichkeit, deutlich unsere Stimme für ein ethisches Fundament der Weltgemeinschaft zu erheben bei dem die Werte der Harmonie zwischen Mensch und Mensch und Mensch und Natur eine wichtige Rolle spielen und dafür das das institutionelle System für die nachhaltige Entwicklung gestärkt wird.

Siehe: The Earth Charter, Preamble

geschrieben von Francesca Restifo und Sr. Odile Coirier fmm

     

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