Wasser und Sanitäranlagen

Wasser ist überlebenswichtig. Während 70% der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, ist nur 2,3% allen Wassers Trinkwasser und diese Gabe der Natur gerät durch eine stetig wachsende Weltbevölkerung zusehends mehr unter Druck. Ein steigender Bedarf bei gleichzeitig sinkendem Angebot haben seinen Wert erhöht, was zur Tendenz einer weiter umgreifenden Privatisierung des Wassers geführt hat. Die Weltbank und der Internationale Währungsfond haben diesen Prozess der Privatisierung durch Bestimmungen in Handelsabkommen und Kreditvergaben an Entwicklungsländer vorangetrieben. In vielen Fällen hat diese Privatisierung zu höheren Preisen und zu sinkender Wasserqualität geführt.

Weltweit sterben zwei Millionen Kinder jährlich an Krankheiten, die von verschmutztem Wasser oder aus Wassermangel entstehen, 885 Millionen Menschen haben kein sauberes Wasser und 2,6 Billionen Menschen haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Nach Angaben von „Population Action International“ basierend auf Zahlen der UN Jahrtausend Bevölkerungsvorschau von 1998 werden mehr als 2,8 Billionen Menschen in 48 Ländern bis zum Jahr 2015 unter Belastung des Wassers oder Wassermangel leiden. 40 dieser Länder befinden sich in West-Asien, Nord-Afrika oder den südlich der Sahara gelegenen Ländern. Im Verlauf der nächsten 20 Jahre wird das Bevölkerungswachstum und ein wachsender Wasserbedarf alle west-asiatischen Länder in den Zustand dauerhaften Wassermangels bringen. Im Jahr 2050 wird sich die Zahl dieser Länder auf 54 erhöht haben, was dann eine betroffene  Bevölkerung von 4 Billionen Menschen ausmacht – ca. 40% der bis dahin geschätzten Weltbevölkerung.

Am 28. Juli 2010 hat die UN Generalversammlung in einem historischen Moment das Menschenrecht auf sicheres und sauberes Trinkwasser und auf Sanitäranlagen angenommen. Zwei Monate später hat der UN Menschenrechtsrat eine Zweite Resolution angenommen, indem dieses Recht nochmals als Menschenrecht festgeschrieben wurde und zwar als ein aus dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard abgeleitetes Recht. Einige internationale Verträge zu Menschenrechten beinhalten deshalb nun spezifische Verpflichtungen in Bezug auf den Zugang zu sicherem Trinkwasser und Sanitäranlagen unter anderem die Konvention zur Eliminierung aller Formen der Diskriminierung gegen Frauen; Die Konvention Nr. 161 der Internationalen Arbeitsorganisation, die Konvention zu den Rechten der Kinder und die Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Die Problematik im Zusammenhang mit Wasser und Sanitäreinrichtungen wirft sowohl die Frage nach dem Umgang mit dieser Ressource auf, als auch danach, ob wir adäquat mit ihr umgehen d.h. in nachhaltiger, verantwortungsbewusster und ethischer Weise. Der indische Umweltaktivist Vandana Shiva schreibt: „Wasser muss für den Lebensunterhalt kostenfrei sein. Da die Natur uns das Wasser kostenfrei zur Verfügung stellt, bricht die Vermarktung des Wasser unser vererbtes Recht auf die Gaben der Natur und verweigert den Armen ihr Menschenrecht.“ Während wir uns selbst verpflichten persönlich und gemeinschaftlich dieses Thema zu bearbeiten, müssen wir auch Wege finden, unsere Regierungen aufzufordern, ihren Teil dazu beizutragen, das Recht der Menschen auf sicheres und sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen zu respektieren, zu fördern und umzusetzen.

http://www.unep.org/dewa/vitalwater/artide141.htm

http://www.un.org/News/Press/Docs

Water Wars, Vandana Shiva.

geschrieben von Francesca Restifo und Sr. Odile Coirier fmm

     

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