Das Recht auf Nahrung: für Nahrungsmittelsicherheit und Nahrungssouveränität

Es gibt eine wachsende Akzeptanz für das fundamentale Recht eines Menschen frei von Hunger zu sein, das von der Soziallehre der kath. Kirche hochgehalten und gefördert wird. Die universelle Erklärung der Menschenrechte von 1948 erkennt dieses Recht als Menschenrecht an. Es wurde in den internationalen Vertrag über ökonomische, soziale und kulturelle Rechte (Artikel 11) übernommen und 1966 angenommen und in 156 Ländern ratifiziert, was es für sie zu einer rechtlich bindenden Regelung werden lässt. Um Nahrungsmittelsicherheit zu erreichen, muss Nahrung jederzeit erreichbar und bezahlbar sein, sowie in einer Art und Weise sicher bereitet sein, so dass Menschen sich normal entwickeln können, d.h. ausreichend Energie erhalten und Krankheiten vermeiden können. Wenn der Zugang zu sicherer, ausreichender und nahrhafter Kost als Menschenrecht anerkannt ist und nicht mehr als Gabe der Barmherzigkeit angesehen wird, sind Regierungen bei Gesetz verpflichtet, dies zu realisieren.

Kontroverse Lösungen:

Im Jahr 2009 hat Oliver De Schütter, Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung, die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Modelle von Landwirtschaft gelenkt. Viele verschiedene Lösungen werden angeboten, um den Hunger zu bekämpfen aber nur wenige sind nachhaltig und zukunftsträchtig. Einige fordern die Ausweitung moderner Landwirtschaftsmethoden und der Biotechnologie und der Ausweitung des landwirtschaftlich genutzten Geländes. Andere fordern die Expansion industrieller Landwirtschaft. Was wäre demnach die Zukunft von Millionen armer Bauern und deren Familien? Wie steht es um den Schutz landwirtschaftlicher Biodiversität, die im Allgemeinen durch traditionelle Landwirtschaft geschützt wird?

Ganzheitliche Lösungen

Wie der letzte Bericht des Weltagarrates der UNESCO (IAASTD) beschreibt, sind dauerhafte Lösungen für den Hunger dann möglich, wenn die Grenzen der Ökosysteme respektiert werden. Dies wird als agroökologische Herangehensweise bezeichnet, ganzheitliches traditionelles Wissen zusammen mit den Ergebnissen moderner Wissenschaften können landwirtschaftliche Praktiken durch Bildung verbessern, indem angepasste Technologien benutzt werden, um den Ertrag auf schon erschlossenem Land zu erhöhen, indem die Rechte der Frauen und der indigenen Völker gestärkt werden und sicherer Zugang zu Land, Wasser und Energie für mehr Menschen in den Entwicklungsländern  gewährleistet wird, Frühwarnsysteme gegen Hunger eingerichtet werden, dürreresistentes Saatgut entwickelt wird, genetisch modifizierte Organismen verboten werden und Kredite mit niedrigem Zins für Bauern zur Verfügung gesellt werden. Fortschritt wird eher spürbar werden, wenn das UNO-System, die internationalen Finanzinstitutionen und die Welthandelsorganisation gewillt sind, den Ländern, die mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen haben, gegenseitig abgestimmte und robuste Unterstützung zukommen zu lassen.

2.1 Ökolandwirtschaft und ländliche Gemeinschaften: Jede nachhaltige Lösung muss die 500 Millionen Kleinbauern und ihre Organisationen mit ins Boot holen. Wenn die ländliche Ökonomie wächst und eine bessere Einkommensverteilung da ist, wird Armut reduziert. Kleinbauern produzieren tendenziell weniger Treibhausgase und schützen die Artenvielfalt. Ökologische Landwirtschaft mit ihrem Augenmerk darauf Fähigkeiten zu kultivieren, die natürliche Ressourcen schonen, eine klimaresistente Landwirtschaft zu fördern und die Böden zu regenerieren, hat das Potential auch die Erträge zu steigern. Nach eine Bericht der FAO könnte eine Beendigung der Benachteiligung der Frauen die landwirtschaftlichen Erträge in Entwicklungsländern um bis zu 4% steigern, was wiederum die Zahl der unterernährten Menschen um bis zu 17% senken würde.

2.2 Nahrungsmittelsouveränität: Das Komitee für Nahrungsmittelsicherheit ist das Forum der Vereinten Nationen in dem die politischen Entscheidungen im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit gefasst und ihre Umsetzung überprüft werden. Organisationen der Zivilgesellschaft sind mehr und mehr in den Prozess der Reorganisation dieser Organisation involviert, besonders die internationale Bewegung ‚Via Campesina‘ bringt das Konzept der „Nahrungsmittelsouveränität” voran. Dies bezieht sich auf ein politisches Rahmenwerk von Basisorganisationen indem das Recht der Menschen eingefordert wird, zu definieren, was ihre Nahrung, ihr Landwirtschafts-, Viehzucht- oder Fischereisystem ist, im Gegensatz zum Zugriff internationaler Märkte auf Nahrung. Hinreichend Nahrung muss jederzeit lokal vorhanden sein. Um auf die sich stark verändernden Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt zu reagieren, bauen viele Entwicklungsländer nationale Nahrungsmittelreserven auf, was eine Autarkie im Nahrungsmittelbereich bedeutet.

2.3 Nahrungsmittelhilfen: Nahrungsmittelhilfen sind nicht die Lösung, haben aber weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen. Im Jahr 2011 hat das Weltnahrungsmittelprogramm (WFP) 86,4 Millionen Menschen in 72 Ländern unterstützt, was einem Budget von US$ 5,0 Milliarden entspricht. Das Augenmerk der Hauptgeldgeber verschiebt sich nun in die Richtung, Nahrung mehr in den Ländern zu kaufen, die davon auch profitieren sollen. Nahrung, die lokal eingekauft wird, hilft, Kosten zu reduzieren und verhindert die Unterwanderung lokaler Märkte.

2.4 Bildung: Prioritäten schließen folgende Aspekte ein: Vermittlung neuen Wissens über Ökolandwirtschaft an die 500 Millionen Kleinbauern, Verringerung von Abfall in der Produktion und beim Konsumenten, Verringerung von Verlusten nach der Ernte, und die Promotion, speziell unter der jüngeren Generation, einer informierten Konsumauswahl in Richtung auf die Förderung kleiner Bauern und lokaler Produkte. Dafür wird einiges an Finanzmitteln benötigt. Die Ernährungsgewohnheiten müssen stetig angepasst werden, so dass weniger Boden, Wasser, Energie, Dünger und Chemikalien benutzt werden. Es gibt über 20.000 essbarer Pflanzen auf der Erde, aber nur ein paar hundert werden für unsere Nahrung genutzt.

Papst Johannes XXIII schreibt, „alle Menschen haben das Recht auf Leben, Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Erholung, medizinische Versorgung, Bildung und Arbeit“Pacem in Terris  Nr. 11, 11. April 1963

International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD) Reports, 2008

Statement by Christian, faith-based organizations, and other NGOs to ‘The High-level Conference on World Food Security and the Challenges of Climate Change and Biodiversity’, Rome 3-5 June, 2008.

Secretary-General Ban Ki-moon, High-Level Task Force on Global Food Security Crisis (2009)

International Year of the Family Farming – IYFF (2014)

Olivier De Schutter, UN expert makes case for ecological farming practices to boost food production, UN News Centre

FAO Document: The State of Food and Agriculture, 2010 -2011:  Women in Agriculture, closing the gender gap for Development

To learn about Via Campesina’s seven principles of food sovereignty

CFS

Civil Society Organizations (CSO) at FAO

Study conducted for the International Congress „Save Food!” at Interpack 2011 Düsseldorf, Germany

Statement by Christian, faith-based organizations, and other NGOs…’:

A FAO report (2006) on the impact of meat production and consumption on the environment, entitled Livestock’s Long Shadow, points to some troubling issues.  It says that ‘the livestock sector emerges as one of the most significant contributors to the most serious environmental problems at every scale from local to global,’ and that “livestock accounts for over 8% of global human water use, 18% of greenhouse gas emissions and that 70% of previous forested land in the Amazon is occupied by pastures” (thus livestock is the biggest contributor to Amazon rain forest loss).

geschrieben von Br. Gearóid Francisco Ó Conaire ofm

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